Euregio Rhein-Waal erhält historische Urkunde

14-04/25


Smithusen, in der Nähe von Haus Schmithausen, heute Sitz der Euregio Rhein-Waal und zu Kleve gehörend, wird bereits in der ältesten Urkunde des Stadtarchivs Rees aus dem 12. Jahrhundert erwähnt.

 

Es war eine völlig unerwartete historische Begegnung. Heidi de Ruiter und Bert Smulders von der Euregio Rhein-Waal nahmen im Oktober an der Sitzung des Kulturausschusses der Stadt Rees im Koenraad Bosman Museum teil. Hier ging es um die förderbare Zusammenarbeit zwischen niederrheinischen und niederländischen Städten im Zeichen der Hanse.

Bei der Führung durch das Museum staunten sie nicht schlecht, als sie mit der ältesten Urkunde des Stadtarchivs Rees von 1142 konfrontiert wurden, auf der der Name „Smithusen“ zu lesen war. Smithusen war damals ein  selbständiger florierender Marktort mit Wasserburg an der Stelle, wo das heutige Haus Schmithausen - seit 1993 Sitz der Euregio Rhein-Waal – steht.

„In der Urkunde“, so Veit Veltzke, der Hansebeauftragte der Stadt Rees, „bestätigt Erzbischof Arnold I. von Köln, dass die in Rees wohnenden Kaufleute das Recht besitzen in Wesel, Xanten, Emmerich, Elten, Doetinchem und Smithusen zollfrei zu handeln und dass diese Zollfreiheit auch umgekehrt für die Kaufleute dieser Orte gelte, wenn sie Rees aufsuchen.“

„Was diese Urkunde besonders interessant macht, ist“, so Veltzke weiter, „dass diese Regelung in der Urkunde auf ein Gewohnheitsrecht aus dem späteren 11. Jahrhundert zurückgeführt wird: ein Beleg für die beachtliche frühe wirtschaftliche Bedeutung dieser Orte und ihre frühe Marktvernetzung, bei der ihre  Kaufmannsgruppen das Heft selbst in die Hand nahmen. Ein Zeugnis  für ihre noch vorbürgerliche Selbständigkeit und ein Meilenstein auf dem Weg zur Stadt.“

Schon bei der Führung im Koenraad Bosman Museum war das starke Interesse der Euregio-Vertreter für diese unerwartet frühe Erwähnung „Smithusens“ deutlich zu spüren. Grund genug für die Stadt Rees, ihren begeisterten Gästen mit einer Reproduktion dieser Urkunde - das  einzige bis heute nachweisbare Originaldokument dieser frühen Marktvernetzung - ein Freude zu machen. Die Geschenkübergabe an die Euregio Rhein-Waal erfolgte jetzt. Andreas Kochs, Geschäftsführer, und Heidi de Ruiter, stellvertretende Geschäftsführerin, nahmen das Geschenk begeistert an. „Die Urkunde bezeugt die Zusammengehörigkeit unseres heute deutsch-niederländischen Kulturraums schon vor etwa 950  Jahren. Wir freuen uns, dass wir das, wofür das Haus Schmithausen und die Euregio Rhein-Waal auch heute stehen, jetzt erfahrbar und nachlesbar machen können“, sagt Andreas Kochs.

Das bestätigt auch Veit Veltzke: „Rees war ein früher wichtiger Handelsort in der Region und das nicht nur auf der Rheinlinie, sondern auch entlang der IJssel bis zum IJsselmeer. Hier sprach man auch dieselbe Sprache.“ Rees und Zutphen erarbeiten aktuell mit Fördermitteln der Euregio Rhein-Waal an verschiedenen Projekten zu ihrer gemeinsame Geschichte.

Während Rees, Xanten, Emmerich, Doetinchem und Wesel später Stadtrechte erhielten, sollte die zunehmende Versandung des Rheinarms bei Smithusen dessen Weiterentwicklung blockieren. Auch der hier existierende Rheinzoll wurde 1318 nach Emmerich verlegt:  Der Rheinstrom als Schicksal!

 

Foto:

Eine Urkunde aus dem 12. Jahrhundert über „Smithusen“ für „Haus Schmithausen“, Sitz der Euregio Rhein-Waal, mit beigefügter Erklärungstafel gab es als Geschenk von der Stadt Rees. Hier: (v. li.) Tina Oostendorp, Stadtarchiv Stadt Rees, Sebastian Hense, Bürgermeister Stadt Rees, Veit Veltzke, Hansebeauftragter der Stadt Rees, Andreas Kochs, Geschäftsführer Euregio Rhein-Waal, und Heidi de Ruiter, stellvertretende Geschäftsführerin der Euregio Rhein-Waal.


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